Preisspirale bei Strom zeigt weiter nach oben

Die Strompreise in Deutschland kennen in den letzten Jahren nur eine Richtung, das ist nach oben. Wieder haben ca. 800 Stromanbieter angekündigt, ihre Preise in der nächsten Zeit zu erhöhen. Doch warum ist das so, alles nur Abzocke?

Teurer Strom durch teure Netze

Der plötzliche Ausstieg aus der Kernenergie nach den Ereignissen in Fukushima hat die gesamte Energiebranche aus dem Gleichgewicht gebracht. Jetzt musste ganz schnell gehandelt werden und die Pläne für die kommenden Jahre waren plötzlich Null und nichtig. Die Verbraucher haben den Kernenergieausstieg mehrheitlich begrüßt, hatten von den bevorstehenden kosten noch keine genaue Vorstellung. Die Bilder aus Japan haben nachdenklich gemacht, was bei einem ähnlichen Unfall in Europa passieren könnte. Jeder hatte noch die schrecklichen Bilder von Tschernobyl aus dem Jahr 1986 im Kopf. Damals wurden auch die Rufe nach dem Ausstieg aus der Kernenergie wieder lauter. Allerdings war damals das industrielle Umfeld für solch ein Umbruchszenario nicht gerüstet. Die Voraussetzungen waren nicht gegeben.

Zusammensetzung des Strompreises

Durch den Umstieg auf erneuerbare Energien hat die Preisspirale zusätzlich an Fahrt gewonnen. Doch der Strom selbst ist mittlerweile zu einem der geringsten Posten in der Rechnung des Endverbrauchers geworden. Mit nur einem Viertel steht dieser zu Buche und liegt hinter den anderen Kosten weit zurück. Diese Kosten für dreiviertel der Gesamtkosten setzen sich aus Steuern, Umlagen und Abgaben zusammen. Bei den Abgaben ist auch die EEG-Umlage zu finden, die für Ökostrom abgeführt werden muss. Für einen Haushalt der circa 3500 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht, entfallen ca. 240 Euro alleine auf die Bereitstellung des Stroms, das heißt, die für den Transport notwendigen Netze müssen mitfinanziert werden. Einzig ein Vergleich mittels Stromrechner zeigt hier etwaige Einsparpotenziale zwischen den vielen Stromanbietern an.

Endverbraucher im Nachteil

Der steigende Netzgeldanteil ist das Ergebnis des Ausbaus von Anlagen für erneuerbare Energien, die fast ungebremst vorangetrieben wurden. Dabei wurde der Ausbau der Stromnetze vernachlässigt. Das wird nun nachgeholt und führt zu erheblichen Kosten, die auf die Endverbraucher abgewälzt werden. Die Netzbetreiber können ihre Bücher mit hohen Eigenkapitalquoten füllen und einer Verzinsung versehen, die sehr großzügig ausfällt.
Somit sind die Netze die beste Einnahmequelle der Konzerne und Stadtwerke.
Die Zeche zahlen, wie in den meisten Fällen, die Endverbraucher über völlig überhöhte Netzentgelte. Hier müsste die Regulierungsbehörde energischer eingreifen und als Vermittler zwischen Netzbetreiber und Endkundeobjektiver informieren. In der Bundesrepublik Deutschland stehen die meisten Menschen hinter der Energiewende die gerade vollzogen wird. Die wenigsten wissen allerding, wie hoch der eigene Betrag dafür ist.